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Zielgruppe/ Beschreibung des Ausbildungsberufes

Die Werkzeugmechanikerin/der Werkzeugmechaniker bzw. die Feinwerkmechanikerin/der Feinwerkmechaniker sind Ausbildungsberufe der Industrie und des Handwerks.
Zu den Einsatzgebieten gehören Betriebe der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie, des Werkzeugmaschinenbaus, der Formen-, Stanz- und Vorrichtungstechnik (Werkzeugbau) sowie Unternehmen, die elektrische Mess- und Kontrollinstrumente produzieren und medizintechnische oder feinmechanische Werkzeuge und Geräte herstellen. Den zahlreichen Einsatzgebieten entsprechend, sind die Aufgaben der Werkzeug- bzw. Feinwerkmechanikerinnen und Werkzeug- bzw. Feinwerkmechaniker sehr vielfältig, sie reichen von der reinen Handarbeit bis hin zur Anwendung computergesteuerter Maschinen (CNC).

Werkzeugmechanikerinnen/ Werkzeugmechaniker sowie Feinwerkmechanikerinnen/ Feinwerkmechaniker

  • stellen Werkstücke und Bauteile durch manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren her
  • planen und steuern Arbeitsabläufe
  • montieren und demontieren Maschinen, Geräte, Anlagen
  • messen und prüfen
  • kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse zur Sicherung der Produktqualität
  • erstellen und optimieren Computer-Programme und bedienen numerisch gesteuerte Maschinen, Geräte und Anlagen
  • nehmen Maschinen, Geräte, Vorrichtungen, Systeme und Anlagen einschließlich der Steuerungs- und Regeleinrichtungen in Betrieb
  • weisen Kundinnen und Kunden in die Nutzung von Anlagen, Maschinen und Geräten ein
  • führen Wartungsarbeiten sowie Fehler- und Störungssuche durch
  • halten Maschinen, Geräte, Vorrichtungen, Systeme und Anlagen einschließlich der Steuerungs- und Regeleinrichtungen instand

 


Ausbildung

In der Regel dauert die Ausbildung im dualen System gemäß des Berufsbildungsgesetzes (§ 25 BBiB bzw. HWO) dreieinhalb Jahre. Sie erfolgt entweder in einem handwerklichen bzw. industriellen Betrieb oder einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte, immer ergänzt durch den Unterricht in einem Berufskolleg. Ein erfolgreicher Abschluss wird seitens der Handwerkskammer bzw. der Industrie- und Handelskammer mit dem sogenannten Gesellen- bzw. Facharbeiterbrief dokumentiert, seitens des Berufskollegs mit dem Abschlusszeugnis.

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder höherer Abschluss
  • mathematisches und technisches Verständnis
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • handwerkliches Geschick
  • Freude an der Arbeit in einem Team

 


Unterricht

Die Auszubildenden der Werkzeug- und Feinwerkmechanik werden gemeinsam beschult, der Unterricht findet an einem bzw. zwei Tagen pro Woche statt.
Der Schultag am Berufskolleg für Technik (BKT) in Lüdenscheid beginnt in der Regel um 07.30 Uhr und endet nach vier Unterrichtsstunden à 90 Minuten um 14.15 Uhr.

Der Stundenplan umfasst zwei Bereiche:

I. Berufsbezogener Lernbereich

  • Fertigungsprozesse
  • Montageprozesse
  • Instandhaltungsprozesse
  • Automatisierungsprozesse
  • Fremdsprachliche Kommunikation (Englisch)
  • Wirtschafts- und Betriebslehre

Die Fächer aus diesem Bereich werden in jedem Ausbildungsjahr unterrichtet.

 

II. Berufsübergreifender Lernbereich

  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Deutsch
  • Religion
  • Sport/Gesundheitsförderung

 

Sämtliche Fächer werden in sogenannten Lernfeldern unterrichtet. Sie ersetzen die früher an Berufsschulen übliche traditionelle Aufteilung in klar voneinander abgegrenzte Inhalte.

Die Lernfelder verstehen sich als „Handlungsfelder“, die die Tätigkeiten und Anforderungen des betrieblichen Alltags ganzheitlich widerspiegeln:

Anhand realitätsnaher Arbeitsaufträge üben die Schülerinnen und Schüler unter anderem, sich die zur Lösung einer Aufgabe notwendigen technischen Daten zu besorgen, die erforderlichen Arbeitsschritte zu planen, diese auszuführen sowie das Ergebnis zu kontrollieren und zu bewerten. Damit knüpft der Unterricht die Theorie eng an die berufliche Praxis, ergänzt durch die regelmäßige Nutzung der Laborräume und Werkstätten des BKT: In der CNC-Technik wird auf mehreren Maschinen mit verschiedenen Steuerungen ausgebildet.

Für SPS-Kleinsteuerungen, Pneumatik sowie E-Pneumatik stehen eine ausreichende Zahl an Einzelarbeitsplätzen zur Verfügung.

Gleiches gilt auch für den Bereich der Mess- und Prüftechnik, hier erfolgen zum Beispiel die Oberflächen- und Härteprüfung sowie Zugversuche usw.

Der Bildungsgang Werkzeugmechaniker des BKT pflegt einen engen Kontakt mit den ausbildenden Betrieben. Dies dient nicht nur der fachlichen Feinabstimmung zwischen Theorie und Praxis. Möglicherweise auftretende Probleme der Auszubildenden (z.B. Über- oder Unterforderung am Arbeitsplatz, private Belastungen, finanzielle oder soziale Schwierigkeiten in der Klasse bzw. Firma) können durch den unbürokratischen Austausch frühzeitiger erkannt und gemeinsam gelöst werden.

  


Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der erfolgreichen Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin/zum Werkzeugmechaniker bzw. zur Feinwerkmechanikerin/zum Feinwerkmechaniker ist eine Weiterbildung

zum/r staatlich geprüften Industriemeister/in oder Techniker/in oder zur Meisterin/zum Meister möglich.

Auch kann der Besuch der Fachoberschule zur Erlangung der Fachhochschulreife erfolgen oder parallel zur Ausbildung im Rahmen der Doppelqualifikation erworben werden.
Bei bereits erlangter Fachhochschulreife kann unter bestimmten Voraussetzungen zeitgleich zur Ausbildung ein Studium (Verbundstudium) aufgenommen werden.

  


Anmeldung

Die Anmeldung zum Berufsschulunterricht erfolgt durch den Ausbildungsbetrieb nach Abschluss des Ausbildungsvertrages.

Zum ersten Schultag am BKT Lüdenscheid muss eine Kopie dieses Ausbildungsvertrags sowie eine Kopie des Zeugnisses mit dem höchsten Schulabschluss vorgelegt werden.

 

Ansprechpartner

Verantwortlicher Bildungsgangmanager im Bereich Werkzeug- und Feinwerkmechanik:

Herr K. Abu Medain (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)